Ein aufregendes Projekt im Spannungsfeld eines Privat-Public Partnership war das von der Asset One Immobilienentwicklungs AG in Auftrag gegebene Stadtentwicklungs-programm “Next City”. In diesem Projekt übernahm ich für die Zeit von gut einem Jahr die Projektleitung für die stadtsoziologische Perspektive. Das Projekt fand in Kooperation mit der Zeppelin University Friedrichshafen, bzw. dem Lehrstuhl für Kulturtheorie und -analyse unter Prof. Dr. Dirk Baecker statt.
Zu Beginn des Projekts stand der Entschluss, für drei Jahre jenseits architektonischer Begrenzungen und städtebaulicher Zwänge gemeinsam mit einer Vielzahl von Experten und Expertinnen über die “Stadt der Zukunft” nachzudenken und ein abstraktes Modell dieser Stadt zu entwerfen: die “Konzeption des Wünschenswerten”. Im Rahmen einer offenen Prozessarchitektur sollte dann der Weg vom Denkbaren zum Möglichen für alle beteiligten Interessensgruppen transparent beschritten werden. Im Rahmen diverser Workshops und Expertentagungen wurde das komplexe Thema Stadtentwicklung aus der Perspektive verschiedener Disziplinen bearbeitet. Themen wie Grün- und Freiraum, Stadtszenarien, Nutzungsvielfalt, Mobilität, Energie und Wohnen wurden vertieft und mit methodischen Ansätzen der Szenariotechnik zum Leben erweckt. Zudem wurden zentrale Aspekte des Lebens in einer Stadt der Zukunft aus der soziokulturellen Perspektive heraus formuliert und bearbeitet. Zur Einstimmung:
Einer der vielen Stränge innerhalb dieses Projektes war die Auseinandersetzung mit den medientheoretischen Aspekten einer Next City. Hierzu entstand eine experimentelle Anordnung, die Ausblicke in eine Soziologie der Stadt der nächsten Gesellschaft wagte. In Kooperation des von Prof. Baecker geleiteten Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse entstanden diverse Materialien und Aufsätze, u.a. auch ein von den Studenten der ZU organisiertes Symposium mit Teilnehmern aus der digitalen Avantgarde.
Was es heißt, Stadt neu zu denken, lässt sich am besten in Dirk Baecker’s Aufsatz “Stadtluft macht frei: Die Stadt in den Medienepochen der Gesellschaft” nachvollziehen. Die wichtigsten Thesen des Textes wurden darüber hinaus filmisch umgesetzt:
Das Ergebnis des Symposiums bildete die Grundlage für ein Pflichtenheft der “Next City” Graz-Reininghaus, dass dann in den weiteren Arbeitsprozess eingespeist und mit den beteiligten Stadtplanern und Architekten abgeglichen wurde. Die Verwerfungen, die im Zuge der Finanzkrise schließlich auch den Süden von Österreich erreichten, machten die Fortführung der begonnenen Arbeit jedoch unmöglich …
Ergänzendes Material zum Thema “Stadt der Zukunft” findet sich auf ZeitOnline, wo auch einige der Teilnehmer des Projekts zu Wort kommen. Das folgende Video schließlich ermöglicht einen Einblick in die inhaltlichen Überlegungen der gemeinsamen Arbeit …
